Erste Hilfe beim Hund: Was tun im Notfall?
Ein Schnitt an einer Glasscherbe, ein verschluckter Gegenstand oder ein heißer Sommertag: Notfälle passieren meist dann, wenn man am wenigsten damit rechnet. Wer die wichtigsten Handgriffe kennt, kann seinem Hund bis zum Eintreffen in der Tierarztpraxis wertvoll helfen. Wichtig vorab: Erste Hilfe ersetzt nie die tierärztliche Behandlung – sie überbrückt die Zeit bis dorthin.

Ruhe bewahren und Eigenschutz beachten
Auch der liebste Hund kann unter Schmerzen und Angst schnappen. Sprich ruhig mit ihm, nähere dich langsam und lege im Zweifel eine Maulschlinge aus einer Leine oder einem Schal an – außer bei Atemnot oder Erbrechen.
Rufe möglichst schon auf dem Weg in der Praxis oder Tierklinik an, damit das Team sich vorbereiten kann.
Blutende Wunden und verletzte Pfoten
Kleine Schnitte spülst du mit klarem Wasser oder Kochsalzlösung aus und deckst sie mit einer sterilen Kompresse ab. Bei starker Blutung drückst du eine Kompresse fest auf die Wunde und legst einen Druckverband an. Bei Pfotenverletzungen hilft ein gepolsterter Verband, über den du eine Socke ziehst.
Vergiftung: Schnell handeln, nicht selbst Erbrechen auslösen
Schokolade, Weintrauben, Xylit (Birkenzucker), Rattengift oder bestimmte Medikamente sind für Hunde gefährlich. Typische Anzeichen sind Zittern, Speicheln, Erbrechen, Durchfall oder Krampfanfälle.
Löse kein Erbrechen aus, sondern fahre sofort in die Praxis. Nimm die Verpackung oder einen Rest der Substanz mit – das spart wertvolle Zeit bei der Behandlung.
Hitzschlag erkennen und kühlen
Starkes Hecheln, dunkelrote Schleimhäute, Taumeln oder Erbrechen können auf einen Hitzschlag hindeuten. Bringe deinen Hund sofort in den Schatten und kühle ihn langsam mit feuchten, nicht eiskalten Tüchern – beginnend an den Pfoten. Biete Wasser in kleinen Mengen an und fahre anschließend zur Kontrolle in die Praxis.
Magendrehung: ein absoluter Notfall
Vor allem große Hunderassen sind gefährdet. Warnzeichen sind ein aufgeblähter, harter Bauch, erfolgloses Würgen, Unruhe und Speicheln. Hier zählt jede Minute – fahre ohne Umwege in die nächste Tierklinik, denn meist ist eine Notoperation nötig.
Checkliste: Das gehört ins Notfall-Set
Pack dir ein kleines Set für zu Hause und eines für Ausflüge:
- Sterile Kompressen, Mullbinden und selbsthaftende Bandagen
- Wunddesinfektion ohne Alkohol und Kochsalzlösung
- Zeckenzange, Pinzette und abgerundete Schere
- Digitales Fieberthermometer (normal: 37,5–39 °C)
- Rettungsdecke und eine Einmal-Spritze zum Spülen
- Telefonnummer von Praxis und nächster Tierklinik mit Notdienst
Wenn es teuer wird
Notfallbehandlungen außerhalb der Sprechzeiten werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte deutlich höher abgerechnet. Eine Operation nach einer Magendrehung kann schnell mehrere tausend Euro kosten. Mit einem OP-Kostenschutz kannst du dich im Ernstfall voll auf deinen Hund konzentrieren statt auf die Rechnung.

